Grisu und die Rattenschar #RemyOttoGrisu

Grisu und die Rattenschar  #RemyOttoGrisu

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Dieser Post ist ein sehr persönlicher und hat gar nix mit Beauty oder Fashion zu tun. Wer mir auf Twitter oder Instagram folgt, weiß vielleicht dass ich drei Ratten habe und eine davon derzeit krank ist.
Grisu hat schon so einiges in seinem Leben erlebt und erleiden müssen. Und es ist nicht so dass ich mich nicht um meine Tiere kümmere, er ist einfach ein extrem neugieriger und unvorsichtiger Ratterich und hatte schon den ein oder anderen Unfall. Sehr untypisch für diese Nage. Ich schätze er fühlt sich oft einfach zu sicher.
Aber erst mal zu den Fakten. Grisu ist 1 Jahr und 4 Monate alt und hat drei “Zwillings”brüder die ihm jedoch nicht alle soooo ähnlich sehen. Er hatte im letzten Sommer einen Unfall bei dem die Hälfte seines Schwanzes amputiert wurde (an meinem Geburtstag). Die Folge war eine räumliche Trennung von seinen Brüdern aufgrund der Wunde und ein verstörter kleiner Grisu der sich jedoch wieder komplett erholte und mit seinem halben Schwanz sehr gut lebt.
Vor kurzem jedoch fing er an Trockenfutter zu meiden und wurde immer unruhiger. Wir vermuteten das seine Zähne zu lang waren, was uns die Tierärztin bestätigte. Er war zu dem Zeitpunkt trotz Fütterung mit Brei und Gleichem schwach und mit den Nerven am Ende. Der kleine musste jedoch in Narkose gesetzt werden um die Zähne zu kürzen. Seine 2. Narkose und das machte mir Sorgen. Sein Kreislauf war nach der Op am Boden und dann kam die Schocknachricht. Er hatte seine langen Unterkieferzähne durch die Zunge gerammt. Ich musste fast heulen als ich das hörte weil ich mir nur ansatzweise vorstellen konnte wie verzweifelt der Kleine war. Die Tierärztin vermutete jedoch dass dies während der Voruntersuchung passierte. Sie hatte zuerst versucht ohne Narkose zu schauen und stellte dann rasch fest das es so zu viel für ihn würde weil er sich zu sehr wehrte (was man ja auch gut verstehen kann wenn man sich in den Kopf und die Lage dieses Rattchens versetzt). In der Op wurden dann seine Zähne gekürzt, die längeren Unterkieferzähne die sich etwas spreizten zusammengeklebt, die Zunge versorgt und er bekam Schmerzmittel zusammen mit Baytril. Ein Medikament mit dem ich schon viele positive Erfahrung gemacht hatte. Z.B. hat dieses Mittel das Leben von Otto und Remy (den Brüdern) gerettet.
Das Ganze fand letzte Woche statt und an dem darauffolgenden Wochenende sah es plötzlich gar nicht gut für ihn aus. Er war nach der OP zwar schwach aber auf den Beinen. In der Nacht von Freitag auf Samstag ging es ihm so schlecht dass er Essen und Trinken verweigerte. Er war nur noch ein Schatten seiner selbst und machte kaum die Äugelein auf. An laufen war nicht zu denken. Ich rechnete zu diesem Zeitpunkt jederzeit mit seinem Tod und fing an zu Heulen während ich ihn im Arm hielt. Und, ich muss sagen das ich Tiere immer als Lebewesen und nicht als “Kuscheltier” sehe und weiß das diese einfach anders ticken, aber in dem Moment macht er die Augen auf, versuchte auf meine Schulter zu klettern und blieb an meinem Hals stehen und fing an mich (wie die Ratten es sonst zum reinigen untereinander machen) abzulecken. Als wolle er mich trösten. Wahrscheinlich sehr viel rein interpretiert aber ab dem Moment, fing er an zu kämpfen. Zuerst begann er wieder mit dem Essen. Zwar nur Brei und Anfangs wenig aber es wurde mehr. Von Tag zu Tag wurden seine Augen wieder größer und er war auch geistig wieder fitter. Dann begann er wieder zu laufen. Wackelig aber er machte es. Am Dienstag gab es einen Rückschlag. Er war schwächer. Ich vermutete dass er sich einfach übernommen hatte. Am Mittwoch ging es ihm besser und seit dem geht es jeden Tag einen Stück voran. Ich musste zwar den Käfig präparieren und Unfallmöglichkeiten zu mindern aber er klettert wieder die Treppe hoch. Manchmal rutscht er runter aber das schreckt ihn nicht ab. Mit dem Trockenfutter ist er noch sachte. Evtl. auch weil noch nicht alles verheilt ist, aber Feuchtfutter nimmt er gut an und geht auch selbstständig zum Napf. Ich füttere ihn zwar zusätzlich zwischendurch aber es ist nicht mehr so nötig wie zu Beginn.
Trotz aller Fortschritte müssen wir immer mit einem Rückfall oder einem schlechten Tag rechnen und laut unserer Tierärztin ist er auch noch nicht über den Berg, aber er hat Chancen und die stehen momentan nicht schlecht. Ab und zu schläft er noch in seiner Transportbox um etwas Ruhe vor den Anderen zu haben. Den getrennt habe ich ihn nicht. Nach seinem Unfall im Sommer hat er das gehasst und ich bin froh dass seine Brüder auch so gut mit ihm umgehen. Ihn putzen und nicht ärgern.

Ich wollte diesen Post vor allem schreiben, da mir das Thema doch sehr am Herzen liegt und mich beschäftigt. Vielleicht habt ihr auch ein Haustier an dem ihr hängt und das krank ist. Solange ein Tier Chance hat, sollte man nie aufgeben. Es gibt zwar leider auch die Situationen in denen ein Tier nur noch leidet und eine Einschläferung der einzige Weg ist. Ich selbst hab das auch schon oft erlebt und ich kenne das Schuldgefühl. Hauptsächlich deshalb weil ich nicht richtig finde das ich über das Leben eines anderen Lebewesens entscheiden sollte. Ich sehe Haustiere nicht als Besitztum sondern als Lebewesen für die man die Verantwortung übernommen hat und die zur Familie gehören. Auch wenn sie etwas kleiner sind. Den gerade Ratten sind in ihrem Verhalten gegenüber dem Menschen, einem Hund doch sehr ähnlich. Haben sie erst einmal Vertrauen gefasst (und da geht Liebe bekanntlich durch den Magen) sind sie dir treu. Man ist dann ein Teil des Rudels, den Ratten sollte man nie alleine halten (seiden sie sind richtig alt und die Kameraden sind vorher verstorben).
Mein Wissen über die Ratten schöpfe ich aus 18 Jahre Haltung. Ich bin keine Tierärztin oder Ähnliches, jedoch habe ich bei über 20 Ratten viele unvermeidbare Krankheiten miterlebt und kenn die Symptome. Mit der Zeit lernt man auch das Verhalten zu deuten, aber dafür muss man auch den Charakter des Tieres kennen. Leider leben Ratten nicht sehr lange. Oft bekommen sie Krebs oder erleiden Atemwegserkrankungen oder ähnliches. Die älteste Ratte die ich hatte wurde 2 1/2 Jahre. Aber auch innerhalb von 2 Jahren kann man vieles Schönes erleben!
Wenn ihr noch Tipps habt wie man ihm noch mehr helfen kann oder ähnliches erlebt habt, würde ich mich über ein Kommentar freuen. Er ist zwar in ärztlicher Behandlung und bekommt Medikamente aber zur Heilung oder Verbesserung der Lage gibt es garantiert noch Dinge, auf die ich nicht komme oder die ich trotz langer Erfahrung nicht weiß.

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