Ratten. Wie alles begann

Ratten. Wie alles begann

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Meine erste Ratte bekam ich vor ca. 20 Jahren. Damals wohnte ich zusammen mit meiner Mutter nach der Trennung meiner Eltern bei meiner Oma. Meine Mutter konnte nie viel mit Haustieren anfangen, außer das sie niedlich aussehen und hoffentlich keinen Dreck machen.
Nachdem meine beiden Wüstenrennmäuse gestorben waren, wollte ich wieder ein Haustier haben. Aber welche Art/Rasse war mir unklar bis meine Oma einen Ratgeber über Rattenhaltung aus der Stadt mitbrachte. Ich fand Ratten zwar nie eklig, hatte aber null Ahnung über die Haltung. Also las ich das Buch durch und war begeistert. Ich wollte eine Ratte. Es war Sommer und wir telefonierten in Mainz und Wiesbaden herum auf der Suche nach kleinen Ratten. Damals waren Ratten noch nicht so populär wie heutzutage und nicht jede Tierhandlung hatte welche. In Mainz wurden wir dann fündig. In der kleinen Tierhandlung führte uns der Inhaber dann in eine Art Abstellraum in dem lauter Käfige standen. Eine wirklich skurrile Situation. Ich suchte mir dann eine Ratte aus und er packte sie am Schwanz (sollte man nie machen!!!!) in einen kleinen Karton. Ich war froh als wir aus diesem Laden raus waren und dieser kleine Nager gerettet war. Inzwischen habe ich die Vermutung, das diese Ratten evtl. als Futtertiere gedacht waren und deshalb nicht im Verkaufsraum standen.
Daheim setzten wir die Kleine dann in ihren Käfig und sie verkroch sich gleich ins Haus. Sie war sehr schüchtern und kam die ersten 2 Tage nur nachts raus. Ich gab ihr den Namen Sunny. Sie war ein Weibchen und sah so ähnlich aus wie meine heutigen Ratten Coco und Ivy.
Nach ein paar Tagen traute sie sich dann doch raus (die Neugierde war wohl größer als die Angst) und langsam näherten wir uns an. Sunny war von da an extrem anhänglich und wir hatten wirklich tolle 1 1/2 Jahre bis sie wegen einer Zyste operiert werden musste. Damals waren OPs noch ein viel größeres Risiko, da man noch nicht so genau mit der Dosierung der Narkose umgehen konnte. Das Risiko von Herzerkrankungen nach der OP war groß. Die OP verlief prima und auch die Wunde heilte schnell. Jedoch war Sunny nicht mehr die Selbe. Sie wurde ruhiger und wollte durchgehend kuscheln. Erst dachten wir, dies wäre der normal Heilungsprozess und dass sie noch etwas Zeit bräuchte. Es besserte sich aber nicht und so gingen wir erneut zum Tierarzt. Dieser bestätigte das ihr Herz in Mitleidenschaft gezogen wurde und dass sie zwar noch etwas leben könnte, wir uns aber darauf einstellen sollten das diese Zeit nun sehr begrenzt sei. Wir gingen heim und ich verbrachte so viel Zeit mit Sunny wie ging. Ab und zu spielte sie auch wieder etwas, wurde nur viel schneller schlapp als vor der OP. Irgendwann kam dann aber der Tag an dem wir Abschied nehmen mussten. Es war Tage im Voraus geplant und ich kam mir unheimlich schuldig vor, das ich über ihr Lebensende bestimmte. Wobei, meine Entscheidung war es nicht. Es war die meiner Oma. Ich war damals noch zu jung dafür und auch zu nah an Sunny dran.
Zu der Zeit waren wir gerade in Umzugsvorbereitungen, denn meine Mutter und ich zogen nun in eine eigene Wohnung. Das hieß also jede Menge Stress und dass es mir schlecht ging, hat niemand so wirklich beachtet. Ich kann mich noch an die Fahrt rüber nach Mainz zum Tierarzt erinnern. An die Einschläferung selbst kann ich mich nicht mehr erinnern. Nur noch daran das ich am liebsten los geheult hätte auf dem Heimweg. Die Wochen danach fehlte mir Sunny sehr und es fehlte mir auch ein Haustier zu haben. Als auch meine Oma dies mitbekam, beschlossen wir wieder Ratten aufzunehmen. Eine andere Tierart kam diesmal gar nicht erst in Frage und es sollten 2 Männchen werden. Flecky und Tobi hießen die Beiden und soweit ich mich erinnern kann, lebten Beide fast 2 Jahre bei uns.
Seit meine erste Ratte bei uns eingezogen ist, war ich nie länger als 3 Monate Rattenlos. Manche Ratten blieben 2 Jahre und andere nur ein paar Wochen. Ich habe mir Nächte um die Ohren geschlagen wenn meine kleinen krank waren oder im Käfig durchdrehten, etliche Decken und Kissen wurden geopfert, Stunden habe ich damit verbracht Häuschen aus Pappe zu basteln die in Rekordzeit mit Nagezähnen wieder zerstört wurden, etliche Tränen kullerten wenn eine Ratte krank war oder gestorben ist und hunderte von Euro/DM wurden bei Tierärzten gelassen. Und ich würde alles wieder so tun! Denn die Erfahrungen und Erlebnisse die ich mit meinen Ratten machen konnte sind einfach unbezahlbar. Und auch jetzt beim Tippen dieses Beitrages, sitzt mein großer Manni bei mir auf dem Schoß und macht deutlich darauf aufmerksam, dass ich mich doch langsam mal um ihn kümmern soll 🙂

 

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